Allergen-spezifische Immuntherapie und die Wichtigkeit den richtigen serologischen Test auszuwählen

Canine atopische Dermatitis (CAD) ist eine entzündliche, juckende allergische Erkrankung mit genetischer Prädisposition, bei der IgE Antikörper gegen Umgebungsallergene gebildet werden.1 Daher ist CAD eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist - einerseits aufgrund der genetischen Veranlagung, vor allem aber auch weil der Kontakt mit den Umgebungsallergenen nicht vermieden werden kann. Es ist jedoch möglich die Krankheit zu kontrollieren und für das Tier eine gute Lebensqualität zu erreichen.

Allergen-spezifische Immuntherapie: die einzig mögliche kausale und kurative Therapie

Allergen-spezifische Immuntherapie (ASIT) ist die einzige Therapie, die die Pathogenese der Erkrankung verändern kann.2 ASIT kann das Immunsystem vom Überreagieren auf Allergene gegen die das Tier sensibilisiert ist, wegbringen. ASIT ist effektiv und sicher, um die klinischen Symptome der atopischen Dermatitis bei Hunden, Katzen und Pferden zu reduzieren.3 Der Erfolg liegt bei 50-75%4.

Der Beginn des positiven Effekts kann Monate verzögert sein, sodass anfänglich gleichzeitig anti-inflammatorische/ juckreizstillende Medikamente verabreicht werden können. Um die ASIT zu evaluieren und eine möglicherweise notwendige Adaptation des Therapieplans zu erkennen, sollte jedoch eine Reduktion der Medikamente zur geringst möglichen Dosis erfolgen.

Allergene identifizieren, um eine ASIT herzustellen

Um eine ASIT herstellen zu können, ist es notwendig die auslösenden Allergene zu identifizieren. IgE Serologie oder Intrakutantest (IKT) werden hierfür angewandt.3 Beide Tests sind für diesen Zweck gleichwertig, es wird auch kein Unterschied im Erfolg der ASIT gesehen.5,6,7

Meistens wird der Blutallergie-Test bevorzugt, da nur eine kleine Menge Blut notwendig ist, um den Test durchzuführen.

Ein Nachteil des IKT ist die Notwendigkeit der Sedation, das Scheren des lateralen Thorax, fehlende Durchführbarkeit, wenn Hauteffloreszenzen vorhanden sind, kurzes Ablaufdatum der Allergene und Schwierigkeiten im Ausführen und Interpretieren des IKTs. Auch die fehlende Standardisierung der Testallergene ist problematisch, sodass es innerhalb von Spezialisten in derselben geographischen Region zu unterschiedlichen Resultaten kommt.8

Bezüglich der IgE Serologie sind zwei Punkte wichtig:

1.       Sensitivität und Spezifität zur Identifizierung von IgE, bei fehlender Kreuzreaktivität von IgG

2.       Identifizierung und Blocken von kreuzreagierenden Kohlenhydratseitenketten (CCD).

Der große Unterschied zwischen den Ergebnissen verschiedener Labore, kommt vor allem durch falsch positive Resultate zustande - einerseits, weil IgG kreuzreagierend bindet und andererseits durch die anti-CCD Reaktionen.10

Laboklin IgE Serologie vermeidet das Problem falsch positiver Resultate durch:

1.       Verwendung des einzigartigen FcEpsilon-Rezeptor Tests (Heska Allercept), welcher eine starke Affinität für IgE and und keine Kreuzreaktivität mit IgG zeigt. 11,12,13

2.       Erkennen der von CCD Antikörpern betroffenen Proben und

3.       Blocken der anti-CCD Antikörper

Zusätzlich ergab eine unabhängige Studie eine einzigartig gute intra- und inter-assay Variabilität.14

Absolut spezifisch in der IgE Erkennung: die IgE Rezeptor alpha-subunit (FcεR1α)

Durch die Fcε-Reczptor alpha-Kette (FcεR1α) löst man das Problem der Kreuzreaktivität mit IgG, welches eines der häufigsten Probleme in der serologischen Allergietestung darstellt.15

IgE sind die spezifischen Antikörper, welche mit Hypersensitivität korrelieren. IgG werden ebenfalls produziert und kommen im Serum in 10.000 – 100.000 fach höherer Konzentration vor als IgE. Daher ist es häufig schwierig bei den Blutallergietests tatsächlich die richtigen IgE zu messen und nicht die falschen IgG. Die Bindungsstärke und Avidität des Fcε-Rezeptors für IgE (IgG weist diese Bindungsstelle nicht auf) ist enorm. Die Dissoziationskontante (Kd) beträgt 10x10 M, das garantiert somit die hohe Sensitivität und Spezifität der Tests mit dieser Technologie.

Was sind kreuzreagierende Kohlenhydratseitenketten (CCD)?

 

Pollenallergene sind aus spezifischen Protein- und allgemeinen Kohlenhydratketten zusammengesetzt. CCD sind Kohlenhydratanteile der Glycoproteine, die viele Pflanzen und Insekten gemeinsam besitzen.12 Säugetiere erkennen CCD als fremdes Antigen und somit kommt es zur Antikörper Produktion.17,18

Allergische Patienten produzieren spezifische IgE gegen spezifische Proteine des Allergens. Anti-CCD Antikörper können ebenfalls produziert werden, sind jedoch für die allergische Erkrankung nicht relevant und verursachen falsch positive Resultate.21

 

Die Relevanz anti-CCD IgEs zu identifizieren

Anti-CCD IgE Reaktionen sind nicht spezifisch, korrelieren nicht mit klinischer Erkrankung und können so falsche hoch positive Pollen- und Hymenoptera Resultate produzieren.22

Aufgrund dieser falsch positiven Resultate werden der ASIT schließlich klinisch irrelevante Allergene hinzugefügt.

Wie können wir falsch positive Resultate durch CCD Antikörper vermeiden?

 

Laboklin verwendet den einzigartigen CHO Test, ein FcEpsilon-Rezeptor Test, der anti-CCD IgE identifiziert. Wenn anti-CCD IgE erkannt werden, wird der Test mit dem sogenannten CCD-Inhibitor (Blocken der anti-CCD Antikörper) durchgeführt. Diese Technik findet bei allen Proben von Hunden und Katzen bei den Saisonalen Allergenen und den Hymenoptera statt. Bei 500 Fällen von ganz Europa, wurden in 30% der Proben anti-CCD IgE entdeckt. Blocken der anti-CCD IgE garantiert, dass nur IgE, die auf den Proteinanteil des Allergens gebildet wurden, detektiert wird. Ein vorher sehr positives Resultat (falsch positiv) kann somit in ein weniger positives Resultat oder sogar negatives Resultat transformiert werden.21

In den folgenden Abbildungen werden die Ergebnisse mit Blocken bei richtig negativem und richtig positivem Beispiel erklärt.

Zusammenfassung:
1. Die Allergen-spezifische Immuntherapie ist eine effektive, sichere Therapie, um die klinische Symptomatik bei Hunden, Katzen und Pferden zu reduzieren oder sogar zum Verschwinden zu bringen. Es ist die einzige Therapie, die kausal ins Krankheitsgeschehen eingreift und sogar kurativ wirken kann.
2. Um eine ASIT produzieren zu können, ist es notwendig, die auslösenden Allergene zu kennen.
3. Serologische Allergietests sind einfach durchzuführen, um die Allergene für eine ASIT festzustellen.
4. Die Auswahl des verwendeten IgE Tests kann einen bedeutenden Einfluss auf die Therapieempfehlung haben.
5. Die Verwendung des einzigartigen Fcε-Rezeptor Tests verhindert falsch positive Reaktionen durch kreuzreagierende IgG.
6. Die Identifikation von anti-CCD IgE und das Blocken dieser Reaktionen vermeidet falsch positive Resultate und verhindert somit das Zuführen von nicht relevanten Allergenen zur ASIT.
7. Laboklin macht die Diagnose und Therapie für Ihren Patienten einfacher und steht mit dem Allergieteam jederzeit beratend zur Seite.

 

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