Allgemeine Informationen

Encephalitozoon cuniculi

Der Erreger Encephalitozoon cuniculi löst die Krankheit Enzephalitozoonose (auch Torticollis, Schiefhals, Headtilt genannt) bei Kaninchen aus. Ca. 80 % der gesunden Kaninchen tragen den Erreger in sich, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Reife infektionsfähige Sporen werden intermittierend mit dem Urin ausgeschieden, wodurch die Übertragung oral und nasal, durch Fressen von infizierter Nahrung oder Schnüffeln an Nahrung und Streu, stattfindet. Jedoch können auch infizierte trächtige Häsinnen den Erreger im Mutterleib an ihre Jungen weitergeben. Eine Erregerausscheidung mit dem Kot wurde nachgewiesen, scheint aber von geringer Bedeutung zu sein.

Der Erreger wurde auch in vielen anderen Tierarten wie Hund, Fuchs, Nager und einige Vogelarten und sogar beim Menschen festgestellt. V.a. bei immunsupprimierten Personen kann eine Infektion relevant sein.

Das Krankheitsbild beim Kaninchen ist neben der Kopfschiefhaltung v.a. durch Ataxien, Nystagmus, Anfällen oder Krämpfen gekennzeichnet. Da die Krankheit auch milder verlaufen kann, ist bei jeder neurologischen Auffälligkeit eine Untersuchung auf E. cuniculi empfehlenswert.

Encephalitozoon pogonae

Der Erreger Encephalitozoon pogonae wurde bei Bartagamen (Pogona spp.; Agamidae) beschrieben und gehört zu den Mikrosporidien. Hierbei handelt es sich um einzellige, intrazelluläre, sporenbildende Pilze, die früher zu der Gruppe der Protozoen gezählt wurden. Aufgrund ähnlicher Morphologie sowie genetischer Übereinstimmungen wurde der Erreger ursprünglich als Encephalitozoon cuniculi identifiziert. 2016 wurde er dann als eigenständige Spezies klassifiziert.

Infektionen können mit unspezifischen Symptomen wie Lethargie, Anorexie, Gewichtsverlust und Polydipsie assoziiert sein. Die Vermehrung findet in Makrophagen unterschiedlicher Organe statt, hier ist vor allem die Niere, aber auch der Magen-Darm-Trakt, die Leber, die Ovarien, die Milz, die Lunge, das vaskuläre Endothel und die ventrikulären Ependymal-Zellen des Gehirns betroffen und es werden Granulome ausgebildet. Koinfektionen mit dem Agamid Adenovirus 1 und Kokzidien sind beschrieben und können möglicherweise zur Verschlimmerung des Krankheitsbildes führen.

Die Ausscheidung des Erregers kann fäkal erfolgen und eine fäkal-orale Übertragung ist wahrscheinlich. Die Diagnose erfolgt per PCR oder/und Histologie aus betroffenem Gewebe oder per PCR aus einem Kloakalabstrich bzw. Faeces.